Rom 2016

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Nachdem ich 2014 bereits zum Fotografieren in Rom war und 1990 mit der Schule, war es nun an der Zeit, die ewige Stadt meiner Frau zu zeigen. Wir flogen also als Urlaubsauftakt mit Germanwings von Köln nach Fiumicino, hielten uns knapp vier Tage in Rom auf und kehrten wieder nach Hause zurück. Da meine Frau nicht so der Typ Mensch ist, der Städtereisen toll findet, wurde das “Programm” dementsprechend gestaltet: Bis auf Petersdom und Kolosseum gab’s ganz einfach keins!

Nachdem wir in Fiumicino gelandet waren, fuhren wir mit dem Leonardo-Express bis Termini, wo wir in ein Taxi umstiegen, das uns bis zum Trevi-Brunnen brachte, denn genau dort befand sich unser Hotel. Das Einchecken verlief völlig problemlos und schon waren wir wieder unterwegs. Der erste Weg führte uns zum Monumento a Vittorio Emanuele II, dem italienischen Nationaldenkmal. Warum? Ganz einfach, weil es gut zu Fuß zu erreichen war. Natürlich hatten wir uns vorher schon den Trevi-Brunnen angesehen, den ich übrigens das erste Mal wirklich mit Wasser erlebte. Um es direkt vorwegzunehmen: Wir haben während des gesamten Aufenthaltes keine Münzen in den Brunnen geworfen. Wir bewegten uns noch ein kleines Stück Richtung Kolosseum entlang der Trajansmärkte, ehe wir wieder umkehrten und uns auf dem Rückweg zum Hotel noch einen Happen gönnten.

Am nächsten Morgen gingen wir zunächst einmal die knapp 50 Meter zum Trevi-Brunnen. Herrlich, wenn es dort menschenleer ist. Ansonsten trampeln sich die Touristen ja dort gegenseitig auf die Füße.
Trevi-Brunnen
Anschließend kauften wir uns ein Zwei-Tages-Ticket für einen Hop-on-hop-off-Bus und fuhren damit bis zum Kolosseum. Hier war fast kein Asphalt bzw. Kopfsteinpflaster mehr zu erkennen vor lauter Menschenmassen. Die Warteschlange für den Einlaß ins Kolosseum war geschätzt 200 Meter lang (wenn nicht sogar länger), so daß ich die Entscheidung des Innenraum-Besuches meiner Frau überließ, die ob der hohen Temperaturen darauf verzichtete. Also spazierten wir nach Südwesten zum Circus Maximus und von dort aus weiter zur Kirche Santa Maria in Cosmedin, wo ich meiner Frau das Relief “Bocca della Verità” zeigen wollte. Anschließend gingen wir zum Tiber und orientierten uns Richtung Norden. Als nächstes stand der Campo de’ Fiori auf der Agenda. Ich habe ja von (fast) jeder Frau gehört, die bereits in Rom war, wie toll der Platz und der Markt seien. 2014 suchte ich den Platz das erste Mal auf und … nun ja … ist halt ein Platz mit einem Markt. Meine Frau hingegen war auch begeistert und so schlenderten wir eine Weile von Stand zu Stand und aßen frisches Obst, ehe wir zur Piazza Navona gingen. Hier genossen wir ein wenig die Sonne, bevor es vorbei am Pantheon zum Hotel ging. Nach einem kurzen Zwischenstopp gingen wir zur Piazza del Popolo und von dort aus zum Tiberufer. Auch hier brannte uns die Sonne auf den Pelz, so daß wir uns dafür entschieden, zur Parkanlage Villa Borghese zu gehen. Wir gingen bis zur Piazza di Siena und kehrten von dort aus wieder um.
Villa Borghese
Villa Borghese
Wir verließen den Park und gingen vorbei an der Villa Medici zur Spanischen Treppe. Hier erwartete uns allerdings ein Bauzaun, denn die Treppe wird zur Zeit saniert. Irgendwas ist ja immer. 😉 Vom Piazza di Spagna gingen wir über die Via dei Condotti vorbei am Caffé Greco grob in Richtung Westen, wo wir nach einigen Schlenkern durch Seitenstraßen die Via del Corso erreichten, wo wir den Abend bei einer originalen italienischen Pizza ausklingen ließen.

Es war der Mittwoch angebrochen und heute hatten wir uns den Petersdom auf die Fahnen geschrieben. Derzeitig lieg das durch den Papst ausgerufene “Heilige Jahr der Barmherzigkeit”, was bedeutete, daß die Via della Conciliazione, also die Straße, die von der Engelsburg schnurstracks zum Vatikan führt, gesperrt war. Wie sich vor Ort herausstellte, galt das nur für den Autoverkehr. Heiliges Jahr der Barmherzigkeit bedeutete auch, daß in den Kirchen die Heilige Pforte geöffnet ist, die nur in heiligen Jahren geöffnet wird. Wahnsinn! Interessierte uns mal so rein gar nicht. Vielmehr machte uns genau dieser Umstand das Leben rund um den Vatikan ein wenig schwerer, denn – wie anders war es zu erwarten – auch hier war es rappelvoll und die Sicherheitsvorkehrungen spürbar. Als wir am Vatikan ankamen, wurden gerade die Absperrgitter geschlossen und wir schnappten auf, daß die Kirche heute geschlossen sein sollte. Über Lautsprecher las irgendjemand vor, wer alles auf dem Petersplatz war. Irgendwelche kirchlichen Organisationen wurden genannt, u. a. auch in deutscher Sprache. Und als wir dort so standen, meinte meine Frau ganz beiläufig “Jetzt fehlt ja nur noch der Papst!”, als wir jemanden in einem weißen Gewand auf einer der aufgestellten Leinwände sahen, der dem Papst doch ähnelte. Als meine Frau recht amüsiert darüber schien, daß just in diesem Moment eine Übertragung des Papstes im Papamobil gezeigt wurde, sah ich eben jenen Mann im weißen Gewand von rechts heranrauschen. Und da wurde uns klar, daß die Übertragung vom Petersplatz auf den Leinwänden gezeigt wurde. Okay, haben wir den Papst gesehen.
Papa Francesco
auf dem Petersplatz
Wir ließen den Petersplatz liegen und gingen nach Norden, wo der Weg in die Basilika ausgeschildert war. Wir durchliefen einen Sicherheitscheck und standen plötzlich auf dem Petersplatz. Da wollten wir aber gar nicht hin. Mittlerweile sprach der Papst, der sich zentral vor’m Petersdom auf seinem Stuhl niedergelassen hatte. Ich fragte einen der zahlreichen Freiwilligen, wann denn wohl heute mit der Öffnung des Petersdoms zu rechnen sei und erhielt als Antwort, daß das frühestens um 13.00 Uhr geschehe. Ein Blick auf die Uhr verriet uns, daß wir drei Stunden hätten warten müssen. Also nichts wie weg hier!

Es ging zur Engelsburg, wo wir 10 Euro Eintritt zahlten und überwältigt von den zahlreichen Räumlichkeiten im Inneren waren. Gut, der Ausblick war auch sehr schön.
Blick aus der Engelsburg
Gegen Mittag fuhren wir eine Station mit dem Hop-on-hop-off-Bus und ließen uns zunächst im Hotelzimmer nieder. Es war schlechtes Wetter angesagt und kaum waren wir im Hotel angekommen, fing es an zu regnen. Da hatten wir also alles richtig gemacht. Als wir am Nachmittag das Hotel wieder verließen, um zur “Schreibmaschine” zu gehen, tröpfelte es noch ein wenig. Wir fuhren für 7 Euro mit dem Aufzug auf das Dach des Nationaldenkmals und genossen auch hier den Ausblick, ehe wir anschließend die Stufen zum Kapitol erklommen.
Marc Aurel
Von oben ließen wir die Steine des Forum Romanum auf uns wirken, ehe wir zum Tagesabschluß ins Museo Centrale del Risorgimento gingen. Meine Frau hatte eine Werbung für eine Barbie-Ausstellung gesehen… Der Spaß kostete uns 12 Euro pro Person. Dafür durften wir uns geschätzte 300 Barbie-Puppen anschauen. Nachdem wir zu Abend gegessen hatten, gingen wir zur Engelsburg, weil ich in der blauen Stunde ein paar Fotos machen wollte. Meine Frau trottete mehr oder weniger bereitwillig hinter mir her, fand den Spaziergang im nachhinein aber doch sehr schön.
Engelsburg
Petersdom

Als der letzte komplette Tag in Rom anbrach, war die Route vorgezeichnet: Der Petersdom stand auf dem Programm. Wir gingen also das dritte Mal innerhalb von 24 Stunden in die gleiche Richtung. Heute gab es aber keine Sicherheitsvorkehrungen in Form von Taschenkontrollen mehr vor dem Vatikan, so daß wir frohen Mutes waren, daß heute keine Veranstaltung war. Wir passierten die “Grenzkontrollen”, nachdem wir ca. 20 Minuten gewartet hatten und vor dem Eingang zum Petersdom knubbelten sich wieder einmal die Menschenmassen. Man spürte bei vielen eine gewisse Form der Aufregung. Warum? Wir schauten uns verständnislos an und beschlossen, nicht aufgeregt zu sein. Als wir dem Eingang immer näher kamen, wurde uns klar, warum einige wohl so aufgeregt zu sein schienen, denn uns wurde das gleiche Schicksal zuteil: Wir durchschritten die Heilige Pforte des Petersdoms! Ein Ereignis, das nur alle Jubeljahre möglich ist und dann mußte man auch noch zufälligerweise in Rom sein. Wahnsinn! Jetzt muß man nur dazu sagen, daß wir beide rein gar nichts mit der Kirche am Hut haben und es uns vollkommen egal war, durch welche Tür wir in den Petersdom gingen.
im Petersdom
im Petersdom
Im Inneren ist ja schon alles sehr prunkvoll und schön anzuschauen. Aber die Menschenmassen verleiden einem doch vieles. Der Bereich um den Papstaltar war abgesperrt, so daß man die “tomb of the popes” nur erreichen konnte, wenn man den Petersdom wieder verließ, was wir aufgrund der bereits erwähnten Überbevölkerung im Inneren auch taten. Rechts des Petersdoms gab es zwei Warteschlangen – eine sehr kurze und eine sehr lange. Als ich merkte, daß die sehr kurze Warteschlange diejenige war, wo die Leute anstanden, die auf die Kuppel wollten, ergriffen wir die Chance. Nach dem Bezahlen konnten wir mit dem ersten Aufzug nach oben fahren, d. h. vor uns standen exakt acht Leute an. Glück gehabt! Nach dem beschwerlichen Aufstieg (Wir hatten immerhin knapp 30 Grad.) war es auf der Kuppel ebenfalls proppevoll. Immerhin ging hier oben ein kleines Lüftchen. Wir genossen mal wieder den Ausblick auf die ewige Stadt und irgendwann ging es wieder nach unten. Anschließend ließen wir uns ein wenig treiben und bummelten ziellos durch die Gegend, ehe wir in einem Restaurant einkehrten. Den letzten Abend ließen wir am Kolosseum ausklingen, denn dort wollte ich zur blauen Stunde wieder ein paar Fotos machen.
Kolosseum
Kolosseum

Am Freitag, unserem Abreisetag, verließen wir das Hotel nach einem ausgiebigen Frühstück um ca. 11.45 Uhr und fuhren mit dem Taxi direkt zum Flughafen Fiumicino, ehe wir dann am frühen Abend wieder sicher in Köln landeten.

Unser Fazit:
2014 nervten mich schon die ganzen Wegelagerer, die einem Selfie-Sticks, Schals und was sonst noch für einen Krempel verkaufen wollen. Diese Zustände haben sich nicht geändert. Ich glaube, daß es nicht mehr lange gedauert hätte, bis wir einem der Verkäufer diese saudämlichen Selfie-Sticks um die Ohren geschlagen hätten. Da hantiert man mit seiner Kamera und wird gefragt, ob man einen Selfie-Stick kaufen möchte. Sehe ich etwa so aus, als ob ich so eine Sch… brauche?!? Die fuchteln ja teilweise mit den Dingern sogar ins Bild, wenn jemand fotografiert. Bei mir ist das nicht vorgekommen, aber beobachtet haben wir’s. Gut, für den Verkäufer ist es auch besser, daß mir niemand ins Bild gewunken hat! Oder man steht mit einer Flasche in der Hand am Straßenrand und wird gefragt, ob man Wasser kaufen möchte. Meine Frau hielt einem der Verkäufer daraufhin ihre Flasche unter die Nase und teilte ihm mehr als deutlich mit, daß sie bereits Wasser hätte.

Meine Frau störten nach drei Tagen die Menschenmassen und ich muß sagen, daß es teilweise wirklich sehr beschwerlich ist, sich in der Innenstadt zu bewegen. Zudem gehen mir als Hobby-Fotograf all diejenigen dermaßen auf die Nerven, die ständig ins Bild laufen und keinerlei Rücksicht nehmen. Leute mit einer DSLR um den Hals achten auf so etwas.

Trotz allem hat meiner Frau die Stadt sehr gefallen. Die Gebäude können ja nichts für die ganzen Abzocker.

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