Frankfurt am Main

Der jährliche Tagestrip stand mal wieder auf der Agenda und 2021 sollte uns dieser coronabedingt nach Frankfurt am Main führen. Wir waren zwar im März bereits in unserer Heimatstadt unterwegs, aber das war eher aus der Reihe. Im Vorfeld wurden Fotospots und Informationen gesammelt und es wurde schnell deutlich, daß Frankfurt eine ganze Menge zu bieten hat. Unser Plan sah vor, daß wir um 04.15 Uhr aufbrechen wollten, um dann zum Sonnenaufgang vor Ort zu sein. Das haben wir auch problemlos geschafft, nur leider war von der Sonne nicht allzu viel zu sehen, als wir am Main ankamen. Trotzdem packten wir unser Equipment aus und fotografierten. Als Standort hatten wir uns die Alte Brücke ausgesucht. Vom Parkhaus myZeil sind wir übrigens mit E-Scootern in Richtung Main gefahren – eine insbesondere in den Städten der Welt sehr nützliche Sache, wie ich finde. Und genau die benutzten wir auch, um anschließend noch “mal eben” zur Europäischen Zentralbank zu fahren und dort einige Fotos zu machen.

Frankfurt am Main

Nach der morgendlichen Fotosession hatten wir ein Frühstück eingeplant, was sich jedoch schwieriger gestaltete, als wir gedacht hatten, denn vor 09.00 Uhr hatte so ziemlich alles geschlossen, was Frankfurt zu bieten hat. Und wir wollten jetzt nicht mit einem Brötchen in der Hand in der Fußgängerzone stehen. Es sollte schon ein richtiges Frühstück sein. Also bemühten wir das Internet und suchten, was es denn geben könnte. Ich entdeckte das “Café Libretto“, welches fußläufig innerhalb von wenigen Minuten erreichbar und geöffnet war. Also nichts wie hin! Dort ließen wir uns ein ausgiebiges (und sehr leckeres!) Frühstück schmecken, besprachen unsere Tagesroute und begaben uns anschließend zur fast gegenüberliegenden Kleinmarkthalle, dem ersten Spot nach Sonnenaufgang.

Das geschäftige Treiben der noch nicht stark frequentierten Kleinmarkthalle ließen wir rasch hinter uns und begaben uns zur Goldenen Waage. Das Fachwerkhaus steht doch recht eingpfercht zwischen den Neubauten der Frankfurter Altstadt und hinterließ – zumindest bei mir – keinen nachhaltigen Eindruck. Da hat das Goldene Dachl in Innsbruck doch einen wesentlich exponierteren Standort. Hier mußte das iPhone für ein Foto reichen. Weiter ging es zum Römer, wo mich der sehr weite Vorplatz erstaunt hat. Hier wiederum hätte ich mit mehr Enge gerechnet. Als wir an der schräg hinter dem Römer stehenden Paulskirche ankamen (Mein Erdkundelehrer dreht sich im Grabe um: Die Paulskirche befindet sich nördlich des Rathauses.), stand ich in Gedanken versunken vor dem Eingang und betrachtete die links daneben angebrachte Tafel. Eigentlich wollte wir nicht hineingehen, doch als vor meinem geistigen Auge die etlichen Referate, Klausuren und Aufsätze vorbeizogen, die sich in meiner Schulzeit mit der Nationalversammlung 1848 beschäftigt hatten, dachte ich, daß es vielleicht doch gar keine so schlechte Idee wäre, diesen geschichtsträchtigen Ort der Deutschen aufzusuchen. Zwar wurde im Inneren mittlerweile (logischerweise) einiges umgestaltet, aber der Ort ist halt immer noch der Ort, an dem Geschichte geschrieben wurde.

Zu Fuß ging es weiter zum Geburtshaus von Johann Wolfgang von Goethe. Und hier war es wieder so wie bei der Goldenen Waage: Eingepfercht und total schmucklos steht das Gebäude zwischen Neubauten und wird eigentlich gar nicht so wirklich wahrgenommen. Als das Foto (auch wieder mit dem iPhone) im Kasten war, gingen wir in Richtung Commerzbank Tower. Hier hatte ich im Vorfeld einen ganz netten Fotospot herausgesucht, bei dem man von der Mittelbebauung einer breiten Straße in eine schmale Straße fotografieren kann, an deren Ende der Tower in die Höhe ragt. Und als wir vom Goethe-Haus in Richtung Süden gingen, kam mir die Straße, auf der wir uns bewegten, sehr bekannt vor. Genau das hatte ich bei meinen Recherchen doch schon bei Google Streetview gesehen. Ich kündigte also bereits kurz vorher den Fotospot an und wechselte die Straßenseite.

Commerzbank-Tower Frankfurt am Main

Von hier aus waren es nur noch wenige Meter bis zur ehemaligen Zentrale der Europäischen Zentralbank mit der Euro-Skulptur davor.

Euro-Skulptur Frankfurt am Main

Nachdem wir auch dort einige Bilder gemacht hatten, besprachen wir kurz das weitere Vorgehen und entschieden uns für die Aussichtsplattform des Main Tower. Verständlicherweise gilt die einzige öffentliche Aussichtsplattform der Stadt als absolutes Muß für Touristen. Wir jedoch hatten die Rechnung ohne die anderen Besucher gemacht, denn am Eingang blickten wir einer Warteschlange von etlichen Metern entgegen, die wir einige Zeit beobachteten und unseren Besuch dann auf den Nachmittag verschoben, denn wirklich voran ging es dort nicht. Wir spazierten durch die Taunusanlage in Richtung Deutsche Bank, einem Fotospot, der wahrlich bei keinem Frankfurt-Besuch fehlen darf.

Deutsche Bank Frankfurt am Main

Generell wollten wir bereits jetzt schon wieder mit E-Scootern unterwegs sein, um zum Messegelände zu kommen, aber wir gingen dann doch zu Fuß über die Mainzer Landstraße. Ich bog kurz in den Zimmerweg ab, weil dort seinerzeit die RAF ein Waffengeschäft überfallen hatte und ich diesen Spot für http://www.wo-war-das.de, mein Zeitgeschichts-Wiki, ablichten wollte. Die Zentrale der DZ Bank in der Westendstr. 1 und die davor befindliche Krawatten-Skulptur (Inverted Collar and Tie) waren der nächste Halt, bevor es dann zum neu gebauten Grand Tower und der Mall “Skyline Plaza” ging. Vorher wurde noch das alte Polizeipräsidium auf Speicherkarte gebannt.

Skyline Plaza Frankfurt am Main

Hier beließen wir es jedoch bei Fotos von außen und suchten das Einkaufszentrum nicht auf. Ein von mir ausgesuchter Fotospot war nicht mehr möglich, weil der Platz mittlerweile bebaut ist. Überhaupt wurde hier noch viel gebaut und die Europa-Allee sieht aus, wie so viele komplett neu bebaute Straßen. Ich denke da an den Walter-Pauli-Ring in Köln oder den Bereich rund um das neue Fußballstadion in Freiburg. Unterschiede erkennt man in der Bauweise nicht wirklich.

Vorbei am Messeturm, von dem wir gar nicht registrierten, daß es der Messeturm ist, ging es zur Festhalle Frankfurt, die aber – zumindest von mir – nicht fotografiert wurde, weil etliche Fahrzeuge auf dem Vorplatz abgestellt waren. Zudem ist dieser Vorplatz mit einem Zaun von der Festhalle abgetrennt. Kein wirklich schönes Fotomotiv. Dafür nahmen wir das direkt gegenüberliegende Westend Gate auf und schnappten uns anschließend dann wieder ein paar E-Scooter, weil wir zur Alten Oper wollten und das zu Fuß dann doch recht sportlich war. Als wir schließlich dort ankamen, machten wir wieder unsere Fotos und gingen danach in Richtung Norden.

Alte Oper (Frankfurt am Main)

Der Eschenheimer Turm stand auf dem Plan. Ein Blick auf unsere Karte verriet mir, daß wir entlang einer Grünfläche gehen mußten. Die Welle, ein geschwungener Gebäudekomplex, sollte jedoch auch noch eingebaut werden, weshalb wir uns zunächst dorthin begaben. Als wir die Gebäude passiert hatten, stellten wir fest, daß wir falsch gegangen waren. Wir hatten uns sozusagen von unserer Kompetenz beirren lassen, wie Thorsten Legat sagen würde. Google Maps verriet uns den Weg und als wir an der nächsten größeren Straße ankamen, standen wir genau dort, von wo aus der Eschenheimer Turm am besten zu fotografieren ist. Letzten Endes also alles richtig gemacht!

Eschenheimer Turm (Frankfurt am Main)

Wir gingen zu Fuß in Richtung Innenstadt und kehrten bei “Five Guys” zum Mittagessen ein. Mit Suppenkoma sollte es jetzt wieder zum Main Tower gehen. Dort angekommen stellten wir fest, daß die Warteschlange nicht kürzer geworden war und eine informatorische Befragung der vor uns Wartenden ergab, daß diese schon eine Stunde anstanden. Das war die Initialzündung für uns, den Bereich wieder zu verlassen. Somit ließen wir das “absolute Muß” einfach sausen. Wir schlenderten zum Eisernen Steg, machten dort ein paar Fotos und gingen weiter zur Alten Brücke, wo wir am Morgen bereits standen. Hier bauten wir unser Equipment auf und warteten auf den Sonnenuntergang.

Frankfurt am Main

Als die Sonner hinter’m Horizont, wo es ja bekanntlich weitergeht, verschwunden war, war es wieder Zeit für die E-Scooter, die uns zum Holbeinsteg bringen sollten. Hier steht in Blickrichtung links davon ein nachts blau beleuchtetes Gebäude, was in der Dunkelheit einen schönen Fotospot abgibt. So hatte ich zumindest gelesen. Aber leider war das Gebäude nicht beleuchtet. Wir machten trotzdem einige Fotos und fuhren auf gleichem Weg wieder zurück und sogar noch ein ganzes Stück weiter, denn die Rückreise stand an. Die E-Scooter brachten uns zum Parkhaus, wo wir 39 Euro für das Tagesticket bezahlten und die Heimreise antraten. Mittlerweile war es kurz vor 19.00 Uhr und eine erste Hochrechnung ergab, daß wir um ca. 20.40 Uhr in Köln eintreffen würde. Dort trafen wir jedoch erst um Mitternacht ein. Nein, wir sind nicht gleich mit den E-Scootern durchgefahren und unser Fahrer war auch kein alter Opa, der über die Autobahn geschlichen ist. Des Rätsel’s Lösung: Wir standen satte drei Stunden in einer Vollsperrung wegen eines Verkehrsunfalls auf der A3 bei Ransbach-Baumbach.

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