Zürich 2018

Als Eurowings im Februar günstige Flugtickets anbot, klickte ich mich so durch eben diese Angebote und entschied mich kurzerhand dazu, zwei Tagestrips in Angriff zu nehmen: Dresden und Zürich.

Der Hinflug in der vielleicht gerade mal zu zwei Dritteln gefüllte Maschine nach Zürich verlief reibungslos. Vom Flughafen Kloten aus ist man mit der Bahn in ca. 15 Minuten am Hauptbahnhof. Dort orientierte ich mich zunächst, bevor ich mich zu Fuß in Richtung Zürichsee aufmachte. Ich schlenderte bei strahlendem Sonnenschein die Bahnhofstraße entlang. Kurz bevor ich mich dazu entschied, den letzten Rest meiner Strecke mit der Straßenbahn zurückzulegen, suchte ich zum Kauf eines Kaltgetränks einen Supermarkt auf und war verwundert darüber, daß 0,5 Liter Coke Zero lediglich 1,29 Franken kosteten. Ich hatte mit mehr gerechnet. Als ich wieder auf der Straße stand und auf die Bahn wartete, überlegte ich, daß ich in Richtung FIFA World Football Museum fahren wollte. Ich stieg an der Haltestelle “Bahnhof Enge” aus und wollte mich zunächst einmal orientieren, als ich das Museum erblickte. Ein Ticket hatte ich bereits zu Hause online erworben.

Bei der Einlaßkontrolle teilte man mir mit, daß es dem Museum lieber wäre, wenn ich meine Kameratasche einschließen würde. Fotografieren im Museum sei jedoch überhaupt kein Problem. Wunderbar! Ich begab mich zu den Wertfächern im Keller, die sehr nett gestaltet waren. Auf jedem Wertfach, die alle in anderen Farben gehalten waren, war ein anderer Name eines bekannten Fußballspielers angebracht. Ich entdeckte das weiße Wertfach mit der Aufschrift “Beckenbauer” und schloß meine Tasche ein.

Anschließend betrat ich die Räumlichkeiten mit den Exponaten. Dabei wird die Geschichte des Fußballs und der Weltmeisterschaften anschaulich dargestellt. Nachdem ich im Erdgeschoß alles gesehen hatte, ging es in den nächsten Raum, wo meine Augen leuchteten, denn unmittelbar hinter dem Eingang stand das Orignal eines der schönsten Pokale der Welt: die FIFA World Cup Trophy. Ich machte unzählige Fotos und hätte wohl noch stundenlang hier bleiben und den Pokal anschauen können, aber es gab noch so viele andere Dinge zu sehen. Erstaunlicherweise war das Museum gar nicht so voll, so daß man genügend Platz hatte, um Fotos zu machen oder auch um sich im Museum zu bewegen. Linksseitig der beiden WM-Pokale, denn auch der der Frauen wird ausgestellt, befinden sich die Vitrinen zu den Weltmeisterschaften der Frauen und rechts die der Männer. Zu jeder WM gibt es einen Schaukasten, in dem fünf Dinge präsentiert werden. Die Exponate reichen dabei von der Kapitänsbinde von Franz Beckenbauer aus dem WM-Endspiel 1974 über das Original-Trikot von Zinedine Zidane aus dem Finale 1998, die Torwarthandschuhe von Oliver Kahn aus dem Finale 2002, die Eintrittskarten einiger Endspiele und diverse andere Trainingsanzüge, Trikots und Fußballschuhe.

Am Ende dieses Raumes ist ein kleiner Wartebereich eingerichtet, der in zwei Reihen Sitzschalen aus den verschiedenen WM-Stadien als Sitzgelegenheiten zur Verfügung stellt. Man kann also auf den Schalensitzen aus Südafrika, Südkorea, Brasilien oder Deutschland Platz nehmen, während man darauf wartet, daß sich das Kino öffnet, durch das man die Ausstellung im Untergeschoß verlassen muß/kann. Hier wird ein ca. fünfminütiger Film mit unkommentierten Ausschnitten aller Weltmeisterschaften gezeigt. Sehr unterhaltsam!

Nachdem der Film zu Ende ist, wird man zu einem Aufzug geleitet, der einen in die erste Etage befördert, wo es um die Fans des Fußballs geht. Hier sind Leihgaben und Geschenke von Fußballfans aus aller Welt ausgestellt, die für diese Fans eine besondere Bedeutung haben. Auch hier schaute ich mich ausreichend um, bevor ich dann durch den Shop (sehr hohe Preise) wieder zu den Wertfächern ging, um meine Kameratasche zu befreien. Als ich das Museum verließ, stellte ich fest, daß ich drinnen viel zu viel Zeit verbracht hatte. Dementsprechend strich ich das Stadion Letzigrund von meiner Agenda und wollte direkt zum Zürichsee gehen.

Der an der nordwestlichen Ecke des Sees gelegene Park war überfüllt mit Menschen. Ich bummelte entlang des befestigten Ufers in Richtung Altstadt. Dort bog ich nach Norden ab, folgte dem Lauf der Limmat in Richtung Hauptbahnhof und genoß die Sonnenstrahlen. Mittlerweile meldete sich der Hunger. Ich entschied mich für das goldene M gegenüber des Hauptbahnhofes. Danach machte ich mich auch schon auf zum Flughafen, wo ich noch einen Kaffee trinken wollte, um mich dann zum Gate zu begeben. Die Zeit hatte ich ja im FIFA-Museum verbummelt, weswegen ich aber nicht traurig war, weil das Museum sehr schön ist.

Am Flughafen ging ich zum Starbucks, kaufte mir einen Latte Macchiato für 7,10 Franken (!) und ließ die Eindrücke Revue passieren. Mein Handy vibrierte und als ich auf’S Display schaute, traf mich fast der Schlag: Eurowings teilte mir mit, daß mein Rückflug nach Köln gestrichen wurde. Ich kippte den restlichen Kaffee runter und ging schnellen Schrittes zum Eurowings-Schalter. Jetzt hieß es, keine Zeit zu verlieren, denn Plätze auf anderen Flügen sind rar gesät! Am Schalter teilte man mir mit, an wen ich mich zu wenden hätte und daß die Maschine aufgrund technischer Probleme nicht würde fliegen können. Am nächsten Schalter angekommen, reihte ich mich in die wartenden anderen Passagiere ein, die größtenteils zu zweit dort standen. Einige verkündeten, daß sie einen Rückflug nach Frankfurt ergattert hatten, andere zogen unverrichteter Dinge wieder ab. Als ich an der Reihe war, hatte ich bereits aufgeschnappt, daß der noch stattfindende Flug nach Düsseldorf, was für mich die räumlich nächste Variante gewesen wäre, ausgebucht sei. Trotzdem verdeutlichte ich der Mitarbeiterin, daß ich unbedingt am heutigen Abend noch nach Deutschland zurück müsse. Ich erhielt den allerletzten freien Platz im Flieger nach Düsseldorf. Das war dem Umstand geschuldet, daß ich alleine reiste und nicht zu zweit, denn es gab nur noch einen einzigen freien Platz.

In der Folge rief ich meine Frau an und teilte ihr die neuen Erkenntnisse mit. Selbstverständlich hob auch der Flieger nach Düsseldorf nicht pünktlich ab, aber immer noch im Zeitrahmen. An Board und vorher gab es allerdings keinerlei Entschuldigung oder gar eine Aufmerksamkeit von Eurowings – ganz schwaches Bild!

Als ich ein paar Tage wieder zu Hause war, recherchierte ich anhand der Flugzeugkennung, was denn wirklich mit dem Flieger am fraglichen Tag passiert war. Und dabei fand ich heraus, daß das Flugzeug schon gar nicht von Köln nach Zürich geflogen war. Der Hinflug war also auch bereits gestrichen worden. Technische Probleme konnten daher wohl ausgeschlossen werden. Und dieser Eindruck verstärkte sich noch, als ich herausfand, daß exakt diese Maschine zehn Minuten vor dem geplanten Abflug von Zürich nach Köln von Köln nach Split flog. Mit technischen Problemen??? Mit diesen neu gewonnenen Erkenntnissen schrieb ich dann doch eine Email an Eurowings. Ich erhielt eine automatisierte Antwort-Mail, daß mein Kundenanliegen sehr wichtig für das Unternehmen sei und man es deshalb einem Kundenbetreuer zuweise. Ich solle frühestens in sechs Wochen mit einer Antwort rechnen… Service-Wüste Deutschland!

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