Galle 1999

Die Insel Sri Lanka liegt südlich von Indien und machte in den vergangenen Jahren hauptsächlich durch ihre Unruhen im Norden von sich reden. Nichts desto trotz bietet diese Insel im Süden eine Vielzahl von traumhaften Stränden, die auch heute noch gefahrlos von Touristen besucht werden können. Die Durchschnittstemperatur auf Sri Lanka liegt bei ca. 30 Grad, die Regenzeit liegt in den Monaten, die wir in unseren Breitengraden eigentlich als Sommer bezeichnen (Juli – September). Dann soll es auf der Insel fast 24 Stunden täglich regnen, so daß sich ein Besuch weniger lohnt.

Von Düsseldorf aus ist die Insel in zehn Stunden Flug zu erreichen. Im Winter müssen die Uhren 5 Stunden vorgestellt werden.

Vorab: Wenn man die Touristenhochburgen in Spanien gewohnt ist, sollte man von einem Besuch der Insel Abstand nehmen, weil sie vom Komfort bei weitem nicht mit diesen “Bettenhochburgen” mithalten kann. Der Durchschnittslohn der Inselbevökerung liegt bei ca. 200 DM, so daß die Lebenshaltungskosten auf Sri Lanka (früher Ceylon) sehr niedrig sind. So kostet z. B. eine Flasche Cola (0,33 Liter) lediglich 1 DM.

Vom Flughafen, der ca. 45 Minuten nordöstlich der Hauptstadt Colombo (1,5 Mio. Einwohner) liegt, benötigt man mit dem Auto gut vier Stunden in die Touristenhochburgen im Süden der Insel. Auf der Fahrt dorthin hat man reichlich Gelegenheit sich von der Armut des Landes ein Bild zu machen. Selbst die ehemals als Hafenstadt zu Weltruhm gelangte Hauptstadt bietet wenig Interessantes für den Touristen. Hektische Betriebsamkeit auf den Straßen, auf denen Linksverkehr herrscht, was ein Überbleibsel der englischen Kolonialzeit ist.

Die Inselbevökerung ist zu den Touristen stets freundlich und immer für ein Gespräch zu haben, wenn dies aufgrund der Sprachschwierigkeiten überhaupt möglich ist, denn wenige Einwohner sprechen Englisch und noch weniger verstehen Deutsch. Man sollte jedoch immer vorsichtig sein, denn in letzter Zeit haben die Einwohner sehr schnell gemerkt, wie man den Monatslohn erhöhen kann. So stehen bereits am Flughafen zahlreiche “Kofferträger”, die nur darauf aus sind, ein angemessenes Trinkgeld für ihre erbrachten Leistungen zu kassieren. A propos Geld: Es empfiehlt sich, die einheimische Währung erst auf der Insel zu tauschen. Banken gibt es eigentlich in jedem Touristenort.

Die Touristenhochburgen im Süden bieten außer weiten Stränden relativ wenig. Lediglich die beiden Orte Kogalla und Unawatuna bilden hier die Ausnahme. Jedoch auch sie sind weit entfernt von spanischen Verhältnissen. Discos sucht man ebenso vergebens wie am Strand gelegene Kneipen. Tagsüber sollte man sich sehr gut eincremen, da Sri Lanka lediglich 600 km vom Äquator entfernt liegt und die Sonne trotz des erfrischenden Meerwindes auch bei bewöktem Himmel dazu in der Lage ist, einem die Haut zu verbrennen.

Für kulturell Interessierte bieten sich Besuche der zahlreichen Buddha- und Hindu-Tempel an.

Die meisten Hotels liegen unter europäischem Standard, so daß man auch hier einige Abstriche machen muß. In den Zimmern muß man gelegentlich mit dem Besuch von Ungeziefer rechnen, was für die Einheimischen nichts Außergewöhnliches zu sein scheint. Besonders die Mücken machen einem als Touristen die größte Sorge.

Die Angst vor Malaria ist im Süden unbegründet. Dennoch empfiehlt es sich von Deutschland aus alles mitzunehmen, was irgendwie der Bekämpfung der Plagegeister dient (Salben, Sprays, Moskitonetze), denn ansonsten verbringt man ab dem dritten Tag den größten Teil des Tages damit, seine Mückenstiche zu bearbeiten.

An den Stränden bewegen sich zahlreiche Krebse im feinkörnigen Sand und im Meer sind vielerorts Stelzen im Wasser zu finden, auf denen man in den frühen Morgenstunden und am Abend die sog. Stelzenfischer beobachten kann, die scheinbar stundenlang auf diesen Stelzen sitzen und ihre Angel ins Wasser halten.

Die einheimische Küche ist relativ gut gewürzt und meistens sehr spartanisch. Touristen mit großem Hunger werden hier selten satt. Man sollte stets ein wenig Kleingeld als Trinkgeld bereithalten, denn das erwarten die Einheimischen eigentlich – wie schon erwähnt – für jede Dienstleistung.

Ich persönlich werde die Insel trotz aller Vorzüge mit Sicherheit nicht noch einmal besuchen, denn dazu ist sie mir ein wenig zu karg. Für Naturfreunde lohnt sich ein Besuch jedoch.

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